C h r o n i k
der evangelischen Gemeinde St. Matthäus in Regensburg
Bei Gründung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Matthäus umschloss das Gemeindegebiet im Süden Regensburgs den Bereich zwischen der Universität im Westen, der Bahnlinie im Norden und Osten sowie die Orte Burgweinting, Unterisling und Oberisling.
Die Matthäusgemeinde ging 1954 aus der Kirchengemeinde Neupfarrkirche hervor. Die Neugründung wurde nötig, da durch den Zustrom von zumeist evangelischen Flüchtlingen die Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewachsen war. Zunächst war Anfang 1949 ein paar Straßen weiter eine Notkirche mit angeschlossenem Kindergarten und einer kleinen Mesnerwohnung errichtet worden. Rasch entwickelte sich ein reges Gemeindeleben, so dass sich diese Notkirche immer mehr als unzulänglich erwies.
Bild: Die Notkirche nach dem Krieg
Der 1951 gegründete "Evangelische Kirchenbauverein Regensburg-Ost" brachte trotz allgemeiner Armut
relativ schnell das Geld für den Neubau zusammen, und so konnte die nach Plänen des Münchner Architekten
Adolf Abel errichtete neue Matthäuskirche schon 1954 eingeweiht werden.
Sie bietet bis zu 600 Besuchern
Platz. Gleichzeitig mit Kirche und Gemeindesaal entstand ein großes Wohnhaus mit Gemeinderäumen, Kindergarten,
Pfarrer- und Mesnerwohnung. Der erste eigene Kirchenvorstand wurde im November 1955 gewählt.
Die Kirche St. Matthäus ist auch die Standortkirche der Bundeswehr in Regensburg. Mit unserer katholischen Nachbarkirche St. Albertus-Magnus finden in der Regel im monatlichen Wechsel freitags um 08:00 Uhr ökumenische Standortgottesdienste mit anschließendem Kirchenkaffee statt. Unter Aktuelles finden Sie, wann die nächsten Standortgottesdienste angeboten werden.
Die Gemeindegliederzahl blieb seit dem Jahr 1960 in etwa konstant und lag bei gut 4.000 Personen. Ihren höchsten Stand hatte die "Seelenzahl" in St. Matthäus im Jahr 1966 erreicht - nämlich den hohen Stand von 4630 Personen. Bedingt durch Universität und Bundeswehr ist allerdings die Zahl der Zu- und Wegzüge mit monatlich ca. 50 Personen relativ hoch.
Seither war und ist die Matthäuskirche Zentrum eines vielfältigen Angebotes an Gottesdiensten, Gruppen und Kreisen unserer Gemeinde.
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| Bild: St. Matthäus von außen | Bild: Blick zum Altar |
Ab dem Jahr 1965 geriet nun auch der Gemeindeteil Burgweinting stärker in den Blickpunkt. Mit Beschluss vom 20.05.1965 wurde Burgweinting als eigene Gottesdienststation etabliert. In Ermangelung eigener Räumlichkeiten konnten wir ab 01.03.1966 als Gäste den Saal des Gotteshauses der Mennonitengemeinde in Burgweinting zum Abhalten unserer Gottesdienste nutzen. Bis Anfang 2006 waren wir hier Gast.
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| Bild: Die Mennonitenkirche von außen | Bild: Die Mennonitenkirche von innen |
Durch großflächige Neubaugebiete und dem Aufbau von Häusern und Wohnungen für ca. 15.000 Personen wuchs die Gemeindegliederzahl im Gemeindeteil Burgweinting stetig an. So wurde durch Beschluss des Landeskirchenrats der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern zum 01. Februar 2006 die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Regensburg-Burgweinting als siebte Kirchengemeinde der Stadt Regensburg neu errichtet. Die evangelische Bevölkerung der bis dahin zur Gemeinde St. Matthäus gehörenden Regensburger Stadtteile Burgweinting und Oberisling wurde nun "ausgegliedert" und dieser neuen Kirchengemeinde zugewiesen.
Mit dem Wegfallen der Stadtteile Burgweinting und Oberisling haben sich die Gemeindegrenzen der "Muttergemeinde St. Matthäus" wie folgt geändert; die Grenze im Norden und Osten bleibt weiterhin die Bahnlinie, im Süden wird die Bundesautobahn A 3 und im Westen in etwa die Galgenbergstraße neue Gemeindegrenze.
Infolge Verkleinerung des Gemeindegebiets verringerte sich auch die Anzahl der Gemeindeglieder. Sie liegt jetzt bei etwa 2.700 Personen. Viele Burgweintinger und Oberislinger fühlen sich aber nach wie vor der "alten Muttergemeinde St. Matthäus" noch eng verbunden.
Nicht nur durch die Umstrukturierung unserer Gemeinde war das Jahr 2006 ereignisreich. Auch wurde der Umbau und die Renovierung unseres "alten Gemeindesaals" in diesem Jahr abgeschlossen und nun erstrahlt er lichtdurchflutet in neuem Glanz. Das neu gedeckte Dach, die verbaute Wärme- und Schallisolierung, die verlegte Fußbodenheizung, die neuen Fließen und nicht zuletzt die neuen großflächigen Fenster und eine moderne Türwand tragen bestimmt dazu bei, dass sich die "Gruppen und Kreise" in dem neuen Raum wohlfühlen. Die Innenausstattung mit neuer Schrankwand, neuen Tischen und Stühlen, neuer Lautsprecheranlage und neuen modernen Leuchten rundet das positive Ambiente ab.
Das Kreuz für den neuen Gemeindesaal wurde in den Werkstätten des Johann-Hinrich-Wichernhauses in Regensburg angefertigt. Schlicht aus Edelstahl zusammengeschweißt fügt es sich gut in die Gestaltung des Raumes ein und hat seinen Platz unübersehbar an der neuen Stirnwand gefunden.
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| Bild: Der Gemeindesaal nach der Renovierung | Bild: Das neue Kreuz im Gemeindesaal |
Auch ein Kindergarten gehört zur Matthäusgemeinde; er hatte seine erste Bleibe in der Hornstraße. Im Jahr
1954 zogen die fünfzig Kinder mit ihren Kindergärtnerinnen ins neu eingeweihte Gemeindezentrum um. Zwanzig Jahre später war
eine Erweiterung unumgänglich. Mit großem Aufwand wurde 1975 der Anbau errichtet, sodass Platz für eine Halbtags- und eine
Ganztagsgruppe entstand.
Das heutige Aussehen erhielt der Kindergarten im Jahr 1990, als im Altbau der Gruppenraum durch eine ausgestellte Glaswand
auf das Doppelte seiner Fläche vergrößert, und eine neue Küche und ein Intensivraum eingerichtet wurde. Heute bietet der
Kindergarten Platz für zwei Gruppen mit zusammen etwa 50 Kindern in einer Halbtags- und einer Ganztagsgruppe mit Mittagessen,
die von vier bis fünf pädagogischen Kräften betreut werden.
Im Außenbereich können die Kinder den gesamten hinteren Pfarrgarten als Spielplatz nutzen und haben dadurch sehr viel Platz zum Rennen und Toben.
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| Bild: Der Kindergarten von außen | Bild: Spielplatz im Außenbereich |
Zusätzlich zu den Gottesdiensten in der Matthäuskirche versorgt unsere Gemeinde auch das im Gemeindegebiet liegende Krankenhaus St. Josef mit geistlicher Nahrung. In der im Jahr 1997 im Rahmen der Renovierung neu entstandenen Hauskapelle im 3. Stock findet jeden Dienstagabend um 18:30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst statt, zu dem alle Gemeindeglieder herzlich eingeladen sind. Für bewegungsbehinderte Patienten wird dieser Gottesdienst stets auch per Kamera auf die Fernsehapparate der einzelnen Zimmer übertragen.
Bild: Die Kapelle im Krankenhaus St. Josef
Unsere Kirchengemeinde lebt von uns allen!
Geleitet wird sie vom
Kirchenvorstand, gemeinsam mit einem Pfarrer und einer großen Anzahl von ehrenamtlich Mitarbeitenden.
Sie alle investieren viel Zeit, eine Menge Arbeit und Kreativität, damit "der Laden" läuft und für Jung und Alt attraktiv ist und auch bleibt.